Was fällt Ihnen ein, wenn Sie die Worte „Memphis, Tennessee“ hören? Mir jedenfalls haben sie schon in der Jugend Bilder und Töne in den Kopf gezaubert: Mississippi und Baumwollfelder, B.B. King und Elvis Presley, Soulfood und Musik rund um die Uhr…
Als ich dann das erste Mal nach Memphis reiste, durfte ich feststellen: Stimmt alles! Zwar haut einen die Stadt nicht gerade durch architektonischen Charme aus den Latschen, aber sie lebt einfach durch den Mississippi und durch die Musik.
Credit Line: Tennessee Tourism
Pilgerziele für Musikfans
Ein echtes Erlebnis ist bis heute der Besuch im Sun Studio, wo schon echte Legenden der Musikgeschichte ihre Platten aufnahmen: B.B. King und Howlin‘ Wolfe, Rufus Thomas und Roy Orbison, Jerry Lee Lewis und Johnny Cash, Elvis Presley und Ringo Starr. Auch das Stax Museum of American Soul Music und das Memphis Rock ‘n’ Soul Museum ziehen Musikfans in ihren Bann mit vielen optischen und natürlich auch akustischen Impressionen. Und seit ich das erste Mal in Graceland war, finde ich sogar Elvis Presley gut…
Wenn Sie also Musik mögen – vom echten Südstaatenblues, über Soul und Rock’n’Roll bis Hiphop – sind Sie in Memphis goldrichtig. Einfach mal eine Nacht auf der legendären Beale Street durchfeiern und dabei von Club zu Club ziehen. Was drinnen gerade gespielt wird, hört man bis auf die Straße – also nix wie rein, ein Bier oder zwei, und dann weiter in den nächsten Musikclub.
Memphis in May: Kultur und Spaß am Mississippi
Ein genialer Monat, um Memphis von seiner besten Seite zu erleben, ist der Mai. Da steigt nämlich das internationale Kulturfestival Memphis in May (www.memphisinmay.org). Zuerst vibriert die Stadt vom Beale Street Music Festival mit vielen regionalen und internationalen Musikszene. Und danach die Barbecue-Weltmeisterschaft (ja, so etwas gibt es…). 250 Teams treten Mitte Mai gegeneinander an um herauszufinden, wer in seinem smoker – mehr Räucherofen als Grill – die besten Schweineschultern, Spareribs oder ganzen Schweine brutzelt. Drei Tage lang steht dann eine Rauchwolke über dem Festivalpark. Besucher können alles, aber auch wirklich alles über das perfekte Barbecue erfahren und natürlich auch selbst probieren, bevor abends dann gefeiert wird bei Live-Musik direkt am Mississippi.
Neu eröffnet: das großartige Museum für Bürgerrechte
Und noch was – weniger spaßig und doch ein unvergessliches Erlebnis, das die Kultur der US-Südstaaten ebenso spiegelt wie Musik und Barbecue: Nach 14 Monaten Umbau hat im April das National Civil Rights Museum wieder seine Tore geöffnet. Es erzählt auf sehr beeindruckende Weise die Geschichte des langen Kampfes gegen Rassendiskriminierung in den USA. Hier im ehemaligen Lorraine Motel starb am 4. April 1968 Martin Luther King durch die Kugel eines Attentäters. Ich muss zugeben: Als ich zum ersten Mal in dem Zimmer stand, auf dessen Balkon der große amerikanische Bürgerrechtler erschossen wurde, liefen mir die Tränen über die Wangen. Im Hintergrund lief ein Gospel-Requiem, gesungen von Mahalia Jackson, und es ist sicherlich gewollt, dass die Emotionen so direkt herausgefordert werden. Ihr Ziel hat diese Taktik erreicht: Ich werde diesen Moment nie vergessen.
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